Tscheslowakei

Prag

Seit Gründung der Tschechischen Republik im Jahr 1993 ist Prag deren Hauptstadt, zuvor war es Hauptstadt der Tschechoslowakei. Rund 1,3 Millionen Menschen leben hier. Wichtigster Wirtschaftszweig in der Metropole ist der Tourismus. Als offizielles Datum der Stadtgründung wird das Jahr 870 betrachtet, in dem der Grundstein für die Prager Burg gelegt wurde. Die Burg war Sitz böhmischer Regenten und ist bis heute – wenn auch mit einem im Lauf der Jahrhunderte oft verwandelten Antlitz – als größtes geschlossenes Burgareal der Welt erhalten. Auch der Name „hunderttürmiges Prag“ ist schon seit mehreren Jahrhunderten bekannt. Inzwischen kann man in der Stadt rund 500 Türme und Aussichtstürme aus verschiedenen Epochen zählen. Doch nicht nur deswegen reisen viele Millionen Touristen pro Jahr in die Metropole: Romanische Rotunden, gotische Kathedralen, Barock- und Renaissance-Paläste: In Prag finden sich historische Bauten aus den verschiedensten architektonischen Stilen. Die Unesco erklärte 1992 den historischen Kern Prags zum Weltkulturerbe.


KZ Theresienstadt

KZ Theresienstadt, auch Lager Theresienstadt bzw. Ghetto Theresienstadt, wurde von den deutschen Besatzern eingerichtet. Im November 1941 entstand in der Garnisonsstadt ein Sammel- und Durchgangslager zunächst vor allem für die jüdische Bevölkerung des besetzten Landes. In der NS-Propaganda im Deutschen Reich wurde Theresienstadt zum „Altersghetto“ verklärt und während einer kurzen Phase als angebliche „jüdische Mustersiedlung“ verschiedenen ausländischen Besuchern vorgeführt. Die Belegstärke des „Altersghettos“ schwankte stark: Zwischen Herbst 1942 bis Ende 1943 waren oft deutlich mehr als 40.000 Menschen dort untergebracht. Das „Theresienstädter Konzentrationslager“ erfüllte vier Aufgaben: Es war Gestapo-Gefängnis, Transitlager auf dem Weg in die großen Vernichtungslager; es diente im Rahmen der Judenpolitik der Vernichtung von Menschen und – zeitweilig – der NS-Propaganda als angebliches „Altersghetto“.


Jüdischer Friedhof

Der Alte Jüdische Friedhof im Prager Stadtteil Josefov ist einer der beiden bekanntesten jüdischen Friedhöfe der Stadt und einer der historisch bedeutendsten jüdischen Friedhöfe in Europa. Er liegt im ehemals jüdischen Viertel der Prager Altstadt und geht auf die erste Hälfte des 15. Jahrhunderts zurück. Trotz seiner kleinen Fläche (ca. 1 ha) enthält er über 12.000 Grabsteine und vermutlich die Gebeine von 100.000 Menschen, die sich auf 7 Ebenen verteilen sollen. Der Friedhof wurde 1787 geschlossen.