Kloster Vessra, Thüringen

Architekturgeschichtlich gehört das ehemalige Prämonstratenserkloster Veßra zu den bedeutendsten romanischen Baudenkmälern Thüringens. Gestiftet wurde es 1131 vom Grafen von Henneberg. Nach der Reformation wurde das Kloster in eine Domäne umgewandelt. Die markanten Türme der Klosterkirche sind nach wie vor weithin sichtbar, das Kirchenschiff ist als imposante Ruine erhalten. Heute wird die Anlage museal genutzt. Besucher können die Kloster- und Domänengebäude besichtigen und in einer Ausstellung tiefer in die Geschichte des Ortes eintauchen. Ein Freilichtmuseum zeigt Fachwerkhäuser aus dem Henneberger Land.

Im 16. Jahrhundert ging die Zeit des Klosters Veßra schließlich zu Ende. Denn die Grafen von Henneberg, in deren Machtbereich das Kloster nach wie vor lag, traten zum lutherischen Glauben über. Getreu dem Leitspruch „cuius regio, eius religio“ taten es ihnen die Chorherren zwar nach, doch die Säkularisierung konnte damit nicht aufgehalten werden. 1573 wurde Veßra in eine Domäne umgewandelt. Die einstigen Klostergebäude wurden in der Folge umgestaltet oder niedergelegt, neben dem Klosterhof entsteht ein kleines Dorf und die einstmals prächtige Kirche wurde in ein Getreidelager umgewandelt. Dazu wurden der Chor und die Apsiden abgerissen. 1833 besucht der Architekt Friedrich Schinkel die Domäne und setzt sich für eine Restaurierung der Kirche ein – doch vergebens. Bei Drescharbeiten kommt es 1939 zu einem Brand, der die Kirche weitgehend zerstörte. Auch wenn sie heute nur noch Ruine erhalten ist, ist das einstige Gotteshaus nicht minder imposant. Bis 1990 wurde das Klostergelände sowohl landwirtschaftlich als auch museal genutzt, ab dann ausschließlich als Hennebergisches Museum. Heute können Besucher, neben der alten Klosteranlage, ein Freilichtmuseum mit historischen Fachwerkhäusern besichtigen. Diese wurden aus der Region hierher umgesetzt und veranschaulichen die landwirtschaftliche Wirtschafts- und Wohnkultur vergangener Jahrhunderte. Seit 2013 wird das Freilichtmuseum durch eine historische Landmaschinenausstellung ergänzt.